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16 Quadratmeter misst ein Zimmer. Es gibt keinen Schrank, keinen Safe, keine Minibar, keinen Zimmerservice und kein Telefon. Frühstück wird extra berechnet, wer eincheckt, muss gleich bezahlen.

Das Einzelzimmer kostet € 70,00 die Nacht. Ohne Frühstück. Für das Geld erhält der Gast eine Plastikkarte. Das ist der Zimmerschlüssel. Das Hotel erhält durch den Magnetstreifen die Information, wann und wie lange der Gast das Zimmer tatsächlich nutzt.
Das Personal am Empfang ist jung, deutsch und diszipliniert. Weder charmant noch heiter. Spaß an der Arbeit steht nicht im Arbeitsvertrag. Informationen erhält man auf Nachfrage.
Es gibt eine Parkgarage. Die Kosten dafür sind täglich an der Rezeption zu zahlen. Die Übernachtung des Fahrzeugs kostet zusätzlich € 10,00 am Tag.

Als Gast werde ich von den Zimmermädchen um Uhr 8.30 durch Klopfen an der Zimmertür geweckt. Damit ich unverzüglich das Zimmer räume.
Warum?
Wird das Zimmer nicht vor Uhr 9.30 gereinigt, erhalten die Zimmermädchen Lohnabzug. Statt brutto € 9,50 wird nur noch brutto € 9,00 gezahlt.

Die Zimmermädchen sind alle über 40. Hausfrauen. Still und eingeschüchtert wirken die. Kein Lächeln, kein Lachen. Kein Spaß bei der Arbeit. Gespräche mit Kunden sind nicht erwünscht. Arbeitsabläufe sind programmiert.

Die Hausdame ist jung. Sie stammt dem Akzent nach aus Osteuropa. Ihre Haare sind schwarz gefärbt. Sie trägt eine schwarze Uniform. Die Reinigungskosten der Uniform werden vom Arbeitgeber übernommen.
Ihre Aufgabe ist es die Arbeit der Zimmermädchen zu überwachen. Sie ist die Aufseherin. Streng und unerbittlich überwacht sie die Leistungen. Die Zimmermädchen tragen keine Uniform, sondern Jeans und T-Shirts. Private Kleidung vom Discounter. Reinigungskosten für diese Arbeitskleidung sind selbst zu erbringen.

Die gesamte Hotelanlage wirkt sauber und unbenutzt. Wie der Ausstellungsraum eines Möbel-Produzenten.
Es gibt weder Kunst noch Musik. Einen einzelnen Gast sieht man gelegentlich an der Rezeption. Die Hotelgarage ist auch nur spärlich belegt. Gäste, diese wilden und schmutzigen Menschen. Die rauchen, saufen und Aufmerksamkeit verlangen, stören den Gesamteindruck der Möbelausstellung.

Rauchen ist nicht erlaubt. Im ganzen Hotel nicht. Die Aufseherin / Hausdame schnüffelt auf den Fluren. Raucher werden sofort dem Empfang gemeldet. Der ertappte Raucher wird getadelt und hat € 50,00 Strafe zu zahlen.

Mit welchem Recht?

Es gibt kein Recht zum abkassieren. „Versuchen Sie das Geld einzuklagen“. Ist meine Antwort. Obwohl mich der Strafzoll nicht betrifft, verteidige ich spontan die Rechte eines anderen Gastes.

Die Türen der Hotelzimmer sind so programmiert, dass wer sein Zimmer spontan verlässt, nicht mehr hineinkommt. Als Gast habe ich dann zum Empfang zu eilen. Dort muss ich Auskunft geben, warum ich wieder ins Zimmer will. Dann erst erhält meine Karte die Programmierung, dass ich die Zimmertür wieder öffnen kann.

Es gibt niemanden im „motel-one“, der einem Gast beim Tragen des Gepäcks helfen würde. Für Menschen mit Einschränkungen sind diese Hotels / Motels nicht geeignet.

Für Menschen wie mich ist „motel-one“ vollkommen überflüssig. Service wie in einer Jugendherberge. Überwachung wie im Knast; Und „billig“ kann ich mir nicht leisten.

„Auf Wiedersehen!“ Erdreistet sich die junge Empfangskraft mir hinterher zu schleudern.
„Ganz sicher nicht!“ Ist meine Antwort.

Meine Bewertung:

Null Sterne.

„motel-one“ ist nicht empfehlenswert.

Wie „motel-one“ sich selbst bewirbt, lesen Sie hier:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/motel-one-wie-das-prinzip-billig-hotel-funktioniert-1.1300813-2

und hier:

http://www.motel-one.com/de/hotels/berlin/

Nachtrag:

 

Kommentar des Hoteliers

„Lieber Chrisamar ,

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Ihre Meinung zu Ihrem Aufenthalt bei uns mitzuteilen. Auch wenn wir es bedauern, dass Sie keine besseren Erfahrungen bei uns gemacht haben, hilft uns Ihre Beurteilung dazu zu lernen und uns zu verbessern.
Alle Gäste haben die Möglichkeit das Zimmer bis 12.00 Uhr am Abreisetag zu nutzen, es tut uns sehr leid, dass Sie bereits so früh geweckt wurden.

Die Parkgebühren von €20,00 beziehen sich auf eine 24stündige Nutzung des externen Parkhauses. Hier haben Sie als Hotelgast die Möglichkeit sooft Ein- und Auszufahren wie Sie möchten, ohne immer wieder ein Parkticket zu erhalten.

Wir danken Ihnen für den wertvollen Hinweise. Seien Sie versichert, dass uns Ihre Anmerkungen sehr wichtig und wertvoll sind und wir prüfen werden, was wir hier verbessern können.

Wir hoffen, Sie bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen!“                                                                    Quelle